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Systemtheorie

Definition

Die Systemtheorie ist eine interdisziplinäre Betrachtungsweise, in der grundlegende Aspekte und Prinzipien von Systemen zur Beschreibung und Erklärung unterschiedlich komplexer Phänomene herangezogen werden. So vielfältige Gegenstandsbereiche und Modelle wie das Sonnensystem, biologische Zellen, der Mensch, eine Familie, eine Organisation, ein Staat, aber auch Maschinen und Computernetzwerke können als Systeme aufgefasst und systemtheoretisch beschrieben werden. Kognitive Prozesse des Erkennens und Problemlösens, die auf Konzepte der Systemtheorie Bezug nehmen, werden oft unter dem Begriff Systemdenken zusammengefasst.

Einführung

Systeme sind integrierende Ganze. Sie bestehen formal aus unterschiedlichen Bereichen, doch gehören diese zwingend zusammen. Sie brauchen und bedingen einander. Das charakteristische Merkmal eines Systems ist das Netz, also die Verbindung der Einzelteile untereinander. Wer sich nur auf einen Teil des Systems konzentriert, den Rest allerdings unbeachtet lässt, wird das Wesen eines Systems nicht erfassen. Wer die Einzelteile isoliert analysiert und die Ergebnisse nicht in Beziehung zueinander bringt, versteht nicht nur nichts vom System, sondern zerstört es damit, weil die Konfiguration verloren geht. In jedem System gibt es ein Kommunikationsnetz, das jedem Teil erlaubt, sich ein Gesamtbild zu verschaffen, um gegebenenfalls über Rückkopplung Einfluss zu nehmen und damit das System zu stabilisieren. Die Kommunikation ist kodifiziert, denn nur so wird sichergestellt, dass jeder Teil und jede Ebene des Systems Informationen auf dieselbe Weise interpretiert. Das, was für die Innenkommunikation gilt, trifft auch für die Außenkommunikation zu. Eine einheitliche und kodifizierte Kommunikation liefert das Fundament, dass unterschiedliche Systeme miteinander in Kontakt treten und sich austauschen können.

Für alle Systeme gilt, dass diese nur stabil sein können, wie die schwächste Verknüpfung verfasst ist.

Biologische Systeme

Biologische Systeme können nur verstanden werden, wer den Systemcharakter anerkennt und beachtet. Besonders die Biologie sollte die systemische Betrachtung bei der Beschreibung von Prozessen und Vorgängen auf der Zell- oder Organebene walten lassen, weil Leben ohne Kontext nicht verstanden werden kann. Lebendige Wesen können nur verstanden werden, wenn der Raum und die wirksamen Felder berücksichtigt werden, in denen diese Lebewesen existieren. Wenn bestimmte Einflussgrößen dominieren hat das Auswirkungen auf das Lebewesen, das zum Beispiel auf jener Körperebene reagiert, die mit diesen Einflüssen in einem analogen Zusammenhang stehen.

In allen biologischen Systemen sind deren Teile synchron organisiert, denn nur so kann sichergestellt werden, dass alle Aktivitäten auf ein Ziel oder ein Anliegen ausgerichtet werden. Damit ein System funktionieren kann muss jeder Teil genau wissen, was er zu tun und zu lassen hat. Sinnvollerweise übernimmt jeder den Teil, den er am besten bewerkstelligen kann. In einem biologisch organisierten System geht es darum, das jeder seinen Platz einnimmt und diesen mit seinen spezifischen Fertigkeiten ausfüllt. Damit wirkt er nicht nur zum Wohle seiner selbst, sondern auch zum Wohle aller. Am richtigen Platz zu sein und dort zu wirken setzt Wissen voraus. Das bedeutet, dass er das, was er macht nicht etwa gelernt hat, sondern a priori weiß. Betrachten wir einmal einen Menschen auf Zellebene. Kämen Nierenzellen je auf die Idee, eine Partei zu gründen, um ihre Interessen gegen Leberzellen durchsetzen zu wollen? Wohl eher nicht. Warum gibt es auf Zellebene keine solche Bestrebungen? Weil die Zellen, ganz gleich, wo sie angesiedelt sind, eine Gemeinschaft bilden, die nur ZUSAMMEN ein funktionierendes System ausbilden können. In dem Moment, wo einzelne Zellen aus diesem Verband ausscheiden, und sich nicht mehr eingebunden wissen, beginnt das System Störungen auszubilden. Fehlen die Heilungsvekoren wird das System krank und stirbt im schlimmsten Fall, wenn die Fähigkeit der Selbstkorrektur nicht mehr wirksam ist.

Zellen in einem Zellverband können nicht autonom leben wie Einzeller, sondern ihr Leben ist an den übergeordneten Verband gekoppelt, dem sie angehören. Damit sich ein hybrider Zellverband bildet, muss für alle Teilnehmer ein nachhaltiger Nutzen entstehen, der über Synergien den Verlust an Autonomie mehr als wettmacht. Der bestehende Zellverband zerbricht, wenn der Nutzen durch besondere Einflüsse verschwindet. Im Verband eines Gewebes oder Organs tauschen sich Zellen aus und jeder ist über die Befindlichkeit der anderen Zelle, auch über den nichtdirekten Nachbarn, stets im Bilde. Sie kommunizieren innerhalb des Verbandes und schließen ihre Entität durch eine Grenze nach Außen hin ab. Über diese Grenze lassen sie die für sie förderlichen Dinge (Nährstoffe) durch kurzfristige Öffnung der semipermeablen (halbdurchlässigen) Membranen nach Innen und transportieren die Endprodukte Ihres Stoffwechsels über andere Kanäle nach Außen, wo sie ein anderer funktioneller Zellverband entweder weiterverarbeitet oder auf dem kürzesten Wege aus dem Gesamtorganismus transportiert (z.B. über die Haut, die Nieren oder das Darmsystem.) Was macht nun aber eine Zelle, die aus ihrem Zellverband keine bestätigenden Impulse erhält, die ihm signalisieren, dass sie nicht allein ist? Die Zelle beginnt mit einem Selbstmordprogramm (Apoptose), da sie ohne den (sozialen) Verband nicht lebensfähig ist oder sie erinnert sich an ihre Fähigkeiten als Einzeller und versucht ihr Leben durch Abkopplung von den bisherigen Regelkreisen zu retten. Das hat zur Folge, dass die Zelle ihre Energieversorgung nicht mehr über die Verwertung von Sauerstoff organisiert, sondern ihren autonomen Stoffwechsel durch die Verwertung von Eiweiß sicherstellt. Sie ernährt sich vom Eiweiß ihrer Nachbarn und bildet so den Grundstein der Neoplasie, die zum Krebs führen kann, wenn der Gesamtorganismus die Not nicht wenden kann und die mutierten Zellen weiterhin von der lebensnotwendigen Rückkopplung ausschließt. Der Grund für den Krebs liegt somit nicht im betroffenen Gewebe, sondern im fehlerhaften Sozialverband des Menschen, sofern man man Strahlung und Chemikalien als Mutationsgrund außen vorlässt.

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